Erinnerungsstätte an der Frankfurter Großmarkthalle

Ort der Erinnerung 

Schaffung eines Orts, der an die Deportation von über 10.000 Juden erinnert
Östlich der Großmarkthalle soll künftig eine Erinnerungsstätte an ein dunkles Kapitel in der Geschichte der Großmarkthalle erinnern: Daran, dass mehr als 10.000 Juden aus Frankfurt und Umgebung im Dritten Reich von hier aus in die Ghettos und Vernichtungslager deportiert wurden. In die Erinnerungsstätte integriert werden soll das denkmalgeschützte Gleisstellwerk als Symbol für die Weichenstellung für den Transport in die Vernichtungslager. Von 1941 bis 1945 hatten die Nationalsozialisten die Großmarkthalle als Sammelpunkt genutzt, um jüdische Frauen, Männer und Kinder zu deportieren. Die Großmarkthalle spielte somit eine bedeutende Rolle innerhalb der Vernichtungsmaschinerie des Holocausts. Bislang erinnert nur eine 1997 installierte Gedenktafel an die Deportation der Juden, die von der Großmarkthalle aus ihren Anfang nahm.

Internationaler Wettbewerb entschieden
In Abstimmung mit der Jüdischen Gemeinde Frankfurt und der Europäischen Zentralbank hat die Stadt Frankfurt im April 2009 einen internationalen und interdisziplinären Ideen- und Realisierungswettbewerb ausgeschrieben, zu dem 139 Arbeiten eingereicht wurden. Die Jury hatte 20 Arbeiten davon am 21. Juli 2009 für die Weiterbearbeitung ausgewählt. Am 28. Mai 2010 tagte das Preisgericht und prämierte eine Gruppe von drei gleichrangigen Entwürfen. Zusätzlich wurden zwei Anerkennungen verliehen.

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Die nächsten Schritte
Auf Wunsch der Jury werden die preisgekrönten Arbeiten nun von ihren Urhebern noch einmal weiterentwickelt. Spätestens zur Eröffnung des EZB-Neubaus 2014 soll dann auch ein Entwurf für die Erinnerungsstätte ausgewählt und realisiert sein. Als Grund dafür, dass die Jury statt eines einzigen Siegerentwurfs mehrere Entwürfe auswählte, die weiter zu bearbeiten sind, nannte der Preisgerichts-Vorsitzende Professor Nikolaus Hirsch die Tatsache, dass es zu allen eingereichten Entwürfen "kleinere Kritikpunkte" gegeben habe. Zu erklären sei das mit der schwierigen Aufgabe, eine solche Erinnerungsstätte zu gestalten. Es sei im Folgenden eine öffentliche Debatte darüber zu führen, wie die Stätte aussehen soll. "Diese Debatte ist bereits Teil der Erinnerungsstätte", so Hirsch.

Um den Bürgerinnen und Bürgern die Gelegenheit zu geben, sich daran zu beteiligen, sind nun alle 139 Entwürfe in einer Ausstellung zu sehen. 

 

 

 

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